GESCHICHTE

1968

Die Gründung des Internationalen Dialektinstituts (IDI) war kein Zufall, sondern „ein Produkt dieser Zeit: mit seinem Interesse für die Emanzipation der Regionen, für die Sprache(n) von Machtlosen — mit einer Schiene „Wissenschaft und Dokumentation" und einer Schiene „aktuelle Literatur" (...)." (Dr. Erich Schirhuber). Hans Haid und Bernhard C. Bünker (1948 - 2010) haben dazu beigetragen, den Dialekt umfangreich und wissenschaftlich aufzuarbeiten: besonders auf den Gebieten der Dialektliteratur und der regionalen Sprachen, der Archivierung von Primär- und Sekundärliteratur. Großen Einfluss auf die Dialektlyrik hatten zu dieser Zeit die LiedermacherInnen mit ihren dialektalen Texten und die Edition IDI-Ton.

 

Ab 1979

Die Edition IDI-Ton dokumentiert einen wesentlichen Teil der ökologischen und politischen Konfliktthemen der 70er- und 80er-Jahre (zum Beispiel Hainburg) und lieferte „vielen LiedermacherInnen Anstöße für die Themen ihrer Texte — andere Bereiche wie die Situation der Frauen, die Arbeitswelt, die jüngere Zeitgeschichte waren ebenfalls von großer Bedeutung." (Dr. Erich Schirhuber).

 

1980

Der Verein Österreichische DialektautorInnen und -archive existiert bereits und ist eine autonome Zweigstelle des Internationalen Dialektinstitutes (IDI).

 

1982

Herausgabe der Anthologie „Dialekt 1970 - 1980", deren Herausgeber Bernhard C. Bünker und Manfred Chobot ein anspruchsvolles repräsentatives Werk für die Dialektliteratur schufen.

 

1988

Der Verein Österreichische DialektautorInnen und -archive wird im November gegründet.

 

1989

Die erste Ausgabe der Dialektzeitschrift „Morgenschtean" wird mit dem Anspruch herausgegeben, die Dialektliteratur und die Literatur der Minderheiten zu fördern, einen stark regionalen Bezug herzustellen und sich als kritische Alternative zur heimatlich-idyllischen Auffassung von Dialektliteratur zu positionieren. Neben Lyrik, Kurzprosa, Theaterstücken, Hörspielen und Aufsätzen werden Rezensionen, Vereinsnachrichten, Veranstaltungshinweise und Leseproben als Ausdrucksmittel für kritische und anspruchsvolle Literatur abgedruckt. Mit Texten von Joe Berger, Bernhard C. Bünker, Werner Herbst, Raimund Jäger, Albert Janetschek, Gerhard Jaschke, Axel Karner, Josef Klingler, Gerhard Kofler, Anna Nöst, Erich Schirhuber, Ernst Johann Schwartz, Adolf Vallaster und Josef Wittmann.

 

1998

Die Herausgabe der Dialektzeitschrift „Morgenschtean" wird vorübergehend eingestellt. Vier Jahre später wird der „Morgenschtean" wieder neu aufgelegt.

 

2006

Unter der Leitung von Barbara Sabitzer und Ö.D.A.-Vorstandsmitglied Günther 'Tschif' Windisch findet im März der erste Dialekt Poetry-Slam im KultURverein Tschocherl statt. Wichtige Persönlichkeiten der österreichischen Slam-Szene wie Mieze Medusa, Markus Köhle, Wolfgang Kühn und Didi Sommer sind ebenso vertreten wie El Awadalla, der Kabarettist Richard Weihs, der Bluesmusiker Chris 4er Peterka. Der einzige Dialekt Poetry-Slam dieser Art im gesamten deutschsprachigen Raum ist mittlerweile eine Institution geworden, jeden 2. Dienstag im Monat – und das bis heute.

 

2011

Helga Pankratz, Autorin und Ö.D.A.-Generalsekretärin, erhält den Kulturpreis Wiener Neustadt in der Sparte Literatur.

 

2013

Andreas Plammer übernimmt den Ö.D.A.-Vorsitz von El Awadalla, die dem Verein von 2001 bis Juli 2013 vorstand. Der Verein als Forschungs- und Dokumentationsstelle für Dialekt, Dialektliteratur, Minderheitensprachen und regionale Kulturen ist im Besonderen der Verdienst von El Awadalla. Außerdem sorgte der Vorstand dafür, dass alle Belange des Dialekts in Kunst, Kultur und Gesellschaft mit allen damit zusammenhängenden Fragen erfasst werden. Der „Morgenschtean" erscheint ab der Ausgabe U 36-37 im neuen Layout. Seit 10.10.2013 finden regelmäßige Dialektlesungen statt - am Donnerstag im Cafè Anno, 1080 Wien. Die Veranstaltung heißt ADIDO (Anno Dialekt Donnerstag) und wurde von Andreas Plammer initiiert.

2014 Am 27.01.2014 verstirbt Helga Pankratz, Ö.D.A.-Generalsekretärin, Autorin und „Morgenschtean"-Redakteurin, nach langerKrankheit.

2018: Die Ö.D.A. feiert im "Tschocherl" ihr 30-jähriges Bestehen.

2021: Sigrid Kramer, Generalsekretärin der Ö.D.A., tritt nach fast zehn Jahren Mitarbeit in den wohlverdienten Ruhestand. Ihr Nachfolger wird Robert Anders. Die Redaktion des Morgenschtean übernimmt Margarita Puntigam-Kinstner. 

RÜCKSCHAU: 30 JAHRE Ö.D.A. FEST

30 Jahre Ö.D.A.

Axel Karner

30 Jahre Ö.D.A.

Tanja Ghetta

30 Jahre Ö.D.A.

Robert Eder

30 Jahre Ö.D.A.

Dieter Berdel

30 Jahre Ö.D.A.

Katharina J. Ferner

30 Jahre Ö.D.A.

Max Faistauer

30 Jahre Ö.D.A.

Christopher Hütmannsberger

30 Jahre Ö.D.A.

Hans Kumpfmüller

30 Jahre Ö.D.A.

Michael Hess

30 Jahre Ö.D.A.

Marlene Harmtodt-Rudolf

30 Jahre Ö.D.A.

Klaus Lederwasch

30 Jahre Ö.D.A.

Josef Graßmugg

30 Jahre Ö.D.A.

Anna Stiegler

30 Jahre Ö.D.A.

Christine Tippelreiter

30 Jahre Ö.D.A.

Manfred Chobot und Axel Karner referierten über die Geschichte der Ö.D.A.

30 Jahre Ö.D.A.

Einleitende Worte von Andreas Plammer

30 Jahre Ö.D.A.

Mario Schlager und Sigrid Horn