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Vom Schmankerl zum Morgenschtean

Liebe Leser*innen! Haben Sie schon mal was vom „Schmankerl“ gehört?


Das Schmankerl (Untertitel: Literarische Blätter für barisch-österreichische Mundarten) wurde von Friedl Brehm herausgegeben – Ziel war es, jungen und kritischen Dialektautor*innen ein Forum zu bieten, um ihre Texte zu präsentieren. Brehm „förderte (somit) vor allem die Mundartliteratur in ihrer nicht-tümelnden Ausprägung und wurde so zum Mentor und Mäzen für eine ganze Reihe literarischer Stimmen, von denen einige heute zum Kanon der bayerischen Gegenwartsliteratur zählen.“*

Neben aktueller Dialekt-Lyrik und Dialekt Prosa – dem Herzstück des "Schmankerl"s – fanden sich in jeder Ausgabe auch Essays, Hinweise auf Neuerscheinungen sowie Leserbriefe, in denen teils heftigst über die Beiträge in vergangenen Nummern bzw, Dialekt im Allgemeinen diskutiert wurde.

So hieß es beispielsweise in einem Leserbrief aus der Nummer 26 (1975); „wieder so ein Beispiel von willkürlich und verständlich gemachter Mundart. Das Zusammenziehen der Worte! Warum denn nur? Das Weglassen von Buchstaben, die ruhig stehen könnten, ohne daß es die Echtheit des Ausdrucksabbruch tun würde!“

Wenn man also herausfinden will, wie sich die (kritische, moderne) Dialektliteratur in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat (und wie sie von ihren Leser*innen wahrgenommen wurde), so ist es kein Fehler, bei alten „Schmankerl“-Ausgaben zu beginnen – und dann nahtlos beim "Morgenschtean" weiterzulesen.



Nicht nur optisch, auch inhaltlich kann man das „Schmankerl“ nämlich durchaus als „Urahn“ unseres (ersten) „Morgenschtean“ bezeichnen.

Nach dem Tod Brehms im Jahr 1983 wurde das "Schmankerl" zwar noch bis 1986 weitergeführt – danach gab es für die junge Dialektautor*innen aus Österreich keine derartige Publikationsfläche mehr, um ihre Texte zu präsentieren.


Der erste „Morgenschtean“ (1989) war also eine Art Antwort auf das Fehlen des "Schmankerl".

Herausgeber Bernhard C. Bünker schrieb im allerersten Editorial:



Optisch hat sich der Morgenschtean seither stark gewandelt. Inhaltlich aber ist dem Editorial aus dem Jahr 1989 auch im Jahr 2021 nichts hinzuzufügen. Nach wie vor ist der "Morgenschtean" (gemäß unseres Informationsstandes) die einzige Dialekt-Literaturzeitschrift. Und noch immer freuen wir uns über Autor*innen, die den Morgenschtean mit ihren kritischen Texten "füttern" – sowie über neu gewonnene Abonnent*innen und Mitglieder der Ö.D.A., die ein Weiterbestehen unserer Zeitschrift ermöglichen.


Ein großes Danke an alle, die den "Morgenschtean" beziehen und somit neuen sowie bekannten Dialekt-Autor*innen ihre Wertschätzung ausdrücken!


Wer sich für das Schmankerl oder auch alte Morgenschtean-Ausgaben interessiert: Beides befindet sich in unserer Bibliothek. Vom Schmankerl gibt es noch ein paar antiquarische Ausgaben, die gerne gegen eine Spende und entsprechendes Porto bezogen werden können – und auch vom Morgenschtean können noch (fast alle) alten Ausgaben gekauft werden.



Wie es 2002 zur Auflage des neuen Morgenschtean kam, verraten wir im nächsten Jahr – da werden unsere U-Nummern im A4-Format 20 Jahre alt!

 

* Bernhard Setzwein: "Friedl Brehm – Eine bayerische Verleger-Legende" auf br.de (>Link zum Artikel)





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