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Helene Steger-Holzknecht

Ich bin 1959 als Älteste von neun Kindern im Ötztal in Längenfeld geboren.

Meine Eltern hatten einen kleinen Bauernhof, mein Vater war Nebenerwerbsbauer, meine Mutter ausgebildete Lehrerin, doch hat sie ihren Beruf bald der Kinder wegen aufgegeben.

Schon früh habe ich Verantwortung für meine jüngeren Geschwister übernommen, meine Kindheit und Jugend waren von Arbeit geprägt.

Mit vierzehn Jahren kam ich ins Internat der Barmherzigen Schwestern in Zams, besuchte dort das Gymnasium, und 1978 begann ich das Studium der kath. Religionspädagogik und Romanistik (Französisch) in Innsbruck.

Nach dem Studienabschluss habe ich im Gymnasium unterrichtet, und als ich meinen Mann Rudolf kennengelernt habe, sind wir ins Ötztal gezogen, haben in Sölden ein altes Bauernhaus saniert, anfangs eine kleine Landwirtschaft bearbeitet, ich habe zwei Kinder geboren, bin vorerst bei den Kindern geblieben, habe später dann an der VS und HS Religion unterrichtet und erst, als die Kinder aus dem Haus waren, an der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Zams nach einer neuen Herausforderung gesucht.

Schlussendlich habe ich den Lehrberuf an den Nagel gehängt und in Sölden einen kleinen Bauernladen betrieben – bis zu meiner Pensionierung 2019.

Um der Enge des Tals immer wieder zu entkommen, habe ich während all der Jahre immer wieder verschiedene Kurse besucht und Ausbildungen absolviert (in München, Stuttgart, Tübingen, Innsbruck…)

Zum Schreiben bin ich irgendwie nebenbei gekommen. Mich haben als Jugendliche die provozierenden Texte von Hans Haid fasziniert.

Und dann habe ich angefangen, im Dialekt niederzuschreiben, was mich gerade beschäftigt hat. Infolge der Übersiedlungen und Sanierungen (wir haben dreimal unser Haus komplett ausräumen müssen, zweimal wegen Umbaumaßnahmen und einmal, um in ein anderes Haus zu übersiedeln) habe ich die schon verloren geglaubten Manuskripte eines Tages wiedergefunden.

Als 2022 das Heimatmuseum Längenfeld dazu eingeladen hat, für das Kunstprojekt (eine bestickte Gerüstplane) von Frau Cibulka einen Text zu „spenden“ (Solange ….. bin Ich Feminist:in), habe ich spontan einen kurzen Text verfasst und eingeschickt, und zu meiner großen Überraschung und Freude habe ich dann eine Zeile daraus (Sölong a Weiats dreimol sövl orbatet, obr dreimol mindar vrdiet, bin i Feminischt:in) auf die Plane gestickt wiedergefunden.

Sölden im September 2023


Einen literarischen Beitrag von Helga Christina Pregesbauer finden Sie

in der folgenden Morgenschtean-Ausgabe:

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Hg von: Ö.D.A. – Österreichische Dialektautor:innen

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